ECA

Emissionskontrollzonen

ECA (Emission Control Area) ist die internationale Bezeichnung für eine Emissionskontrollzone nach den Vorgaben der International Maritime Organisation (IMO). Im speziellen für die Luftverschmutzung und die allgemeine Gesundheitsgefährdung durch den Schiffsausstoß von Schwefeldioxiden (SOX), sieht IMO‘s MARPOL ANNEX VI vor, die Grenzwerte für die Emission von Schiffen drastisch zu senken und weitere so genannte Schwefelkontrollzonen (SECA) einzurichten.

In einer SECA gelten schärfere Schwefelabgasvorgaben für die maritimen Akteure. Derzeit sind weltweit SECAs in Nordeuropa, Nordamerika, der Karibik und in Teilen des pazifischen Seeraumes eingerichtet. Es ist aber davon auszugehen, dass in naher Zukunft erheblich mehr Gebiete zu Emissionskontrollzonen erklärt werden.

Ab 2015 gelten verschärfte Umweltregeln in nordeuropäischen Gewässern

Für die Europäische Schifffahrt gelten seit dem 01.01.2015 verschärfte Schwefelgrenzwerte für den gesamten Ostseeraum, einen Großteil der Nordsee sowie den Ärmelkanal. Hier darf der Schwefelanteil in Schiffstreibstoffen, der innerhalb dieser Zone verbraucht wird, den Wert von 0,1% nicht überschreiten. Allerdings dürfen in gleichem Maße abgasreinigende Maßnahmen angewandt werden, um zu einer äquivalenten reduzierten Luftbelastung zu gelangen.

Schiffseigner und -betreiber dürfen nicht mehr ausschließlich hochschwefeligen Kraftstoffen (in der Regel Schwerölen) verwenden. Die Relevanz des maritimen Transports spiegelt sich in der Größe der betroffenen Flotte wieder: Mehr als 10,000 Schiffe befinden sich im regelmäßigen Einsatz im intra-europäischen Kurzstreckenverkehr. Jedes zweite Schiff davon erbringt mindestens 50% seiner Fahrleistung in zukünftigen SECAs.

Befolgungsoptionen sind beschränkt und zum Teil sehr kostspielig

Im Wesentlichen bieten sich Reedereien, Schiffsbetreibern und/ oder Charterern die folgenden Optionen: (1) ein Schiff – egal ob Containerschiff, Fracht- und/oder Passagierfähre, Massengut- oder Stückgutfrachter – innerhalb der SECA mit herkömmlichen schwefelarmen, aber teuren Kraftstoffen (wie z.B. Schiffsdiesel) betrieben; (2) ein betroffenes Schiff wird nachträglich mit Abgasreinigungsanlagen (Scrubber) ausgerüstet; oder (3) ein Schiff wird auf den Betrieb mit alternativen, sauberen (möglichst geringe bis keine Anteile von Schwefel (S)/ SOX, Stickoxiden (NOX), Kohlendioxide (CO2) und Feinstauben) Kraftstoffen wie verflüssigtem Erdgas (LNG) oder Methanol umgestellt.

In jedem Fall steht die gesamte maritime Transportbranche (Schiffe, Häfen, Terminals und Verlader/ Befrachter) vor erheblichen ökonomischen und ökologischen sowie investiven und strategischen Herausforderungen und Entscheidungen. Hierbei ist zu bedenken, dass der maritime Transport für die Wirtschaftskraft und den Wohlstand der Union eine herausragende Position einnimmt. Gemessen in kumulierter Transportleistung, ca. 90% des externen Außenhandels der EU sowie mehr als 40% des inner-europäischen Handels basieren auf Seetransport.

Wilhelm Borchert GmbH unterstützt seine Kunden in allen betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Belangen

Seit Anfang der 2000er haben wir verschiedene Kunden überwiegend aus der europäischen Hafen- und Seeverkehrswirtschaft bei derartigen Fragstellungen beraten. Zusammen mit unseren Kunden sowie, falls erforderlich und/ oder sinnvoll, unter Einbeziehung ausgewählter Dritter (wie etwa Behörden, Technologielieferanten, Kunden, Forschungseinrichtungen) erarbeiten wir best-mögliche und vollumfängliche Lösungen und begleiten bei der Umsetzung der Maßnahmen.